Dann, wenn alle schlafen – Reisetagebuch #14.1

Keine 10 Minuten ist der CV rübergeschickt, kommt bereits der Anruf: „Sie haben den Job!“ bzw. „Hendrik, we want you!“ Wirklich gut gefällt mir dieses Fehlen der Förmlichkeiten. Respektfloskeln wie das „Sie“ oder Herr und Frau bei der Anrede kennt Australien nicht. Ersteres lässt die Sprache nicht zu und wie cool ist es im Bewerbungsgespräch mit „Schön dich kennenzulernen, du kannst mich Emily nennen“ begrüßt zu werden? Lustig wird’s, wenn man dann einen Brief bekommt und sich wegen des unbekannten Nachnamens nicht traut, den Brief zu öffnen. Nachnamen stehen hier wirklich ganz weit hinten. Braucht man nach der Denke der Aussies wohl auch nicht, um Respekt zu zeigen.

Anyway. Freudig packe ich sofort meine sieben Sachen und mache mich auf den Weg zum Summer House Backpackers. Ein Hostel mit insgesamt fünf Standorten, verteilt in Sydney und dem Rest von Australien. Eines davon gibt mir für den nächsten Reiseabschnitt Obdach und den Job als Nachtwächter. Hendrik hat überzeugt.

Dort bin ich nach 30 Minuten Fuß(Schweiß)weg angekommen; erstmal den geschulterten Backpack hinwerfen und Wasser zur Hand! Noch im Schweißtaumeln kommen mir fast die Tränen… Im Augenwinkel sehe ich zwei Gitarren an der Rezeption lehnen. Da kommt eine tolle Zeit auf mich zu!

Die tolle Zeit läuft so: Das Hostel stellt mir den Aufenthalt im 6er-Dorm, sprich einem Bettenraum mit fünf anderen Verschwitzten äh Backpackern frei zur Verfügung. Obendrauf bekomme ich einen wöchentlichen 100$-Lohn und darf Klamotten waschen so viel ich will. Das kommt ja wie gerufen. Das Hostel liegt fünf Minuten Fußweg vom Hafen entfernt und direkt neben dem großen Royal Botanical Garden Sydneys. #Jackpot

Natürlich wollen das Hostel und die beiden Manager-Annas meine Präsenz als wachsamen Wächter. Alle zwei Tage von 8 pm bis 2 am in der Nacht soll ich dafür an der Rezeption und ums Hostel herum Augen und Ohren spitzen.

Mit diesen Voraussetzungen will man mich auf mindestent drei Monate (Kaution 50$) beim Hostel halten. Mal schauen wie lange die Pferde in mir gezäumt werden können. Morgen geht’s in mein erstes Training mit Thomas, der hier als alter Hase im Nachtschicht-Business gilt und gleichzeitig einer meiner Zimmergenossen ist.

Bin mal vorschlafen
Hendrik

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

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