Da geht’s heiß her – Reisetagebuch #26

Immer noch einquartiert in meiner Traumsuite in Ulladulla steht heute der erste „Arbeitstag“ an. Und der sieht so aus: Morgens werde ich von Mom (Ulla) und Dad (Lindsay) abgeholt. Ja, die beiden haben 2 Söhne (der eine Conor, 18 bereits aus dem Haus, studierend; der andere Kaylem, 16 und noch zur Schule gehend) aber im Verlauf der nächsten 3 Monate werden sie zu meinen australischen Eltern. Mit Sonnenschein und Gewitter. Eben alles was dazu gehört.

Zusammen fahren wir heute in die nächstgelegene Großstadt (namens Nowra) um Einkäufe für die Motels zu machen. Lindsay und Ulla sind nämlich gerade in Renovierungsstimmung, weshalb wir uns durch diverse Läden – Möbelhaus, Elektronikhandel und Poolfachgeschäft – durchwühlen. Stets mit Witz und lockeren Gesprächen wird das Auto zielstrebig voller. Nachdem es dann noch zusammen bei Subway was zwischen die Kiefer gibt, ist nun das Auto bei seiner Maximallast angekommen.

Auf dem Rücksitz einen Platzkampf mit zwei gelben eingeschweißten Stoffsesseln austragend, sehe ich durchs Fenster die verkohlten Eukalyptusstämme vorbeiziehen. Vor wenigen Wochen hat hier alles gebrannt, als eines der größten Feuer über die Süd-Ost-Küste gezogen ist. Seit 2009 gab es kein so umfassendes Feuermeer in Australien. Die diesjährige Buschfeuersaison während des Dürresommers (Sommer ist von Dezember bis Februar, weil Südhalbkugel) hat meine Farmerfamilie mehr getroffen als ich aus den ersten Gesprächen erwartet hatte. Lindsay erzählt mir auf der Heimfahrt davon und als wir bei der Farm ankommen, um den Einkauf abzulegen, sehe ich selbst.

Die angekokelte Hausseite, verschmorte Autotüren und geschmolzene Wassertanks zeugen auf der Farm vom Nachmittag als das Feuer kam (hier ein Bericht mit Video und Kommentaren von Lindsay).

Und jetzt verstehe ich auch wofür und warum ich von Lindsay wirklich gebraucht werde. Seine Zäune sind niedergebrannt oder von umgestürtzten Bäumen plattgedrückt und bieten somit keine Funktion mehr. Diese Funktion ist in erster Linie wilde Tiere abzuhalten, denn wir befinden uns hier immer noch im dichten Regenwald mit Kängurus, Schlangen, Wombats und Wildhunden. Die will kein Farmer auf seinem Grundstück haben. Normalerweise sieht man bei Lindsay Vieh auf der Weide und Gemüse im Garten. Beides sollte durch Zäune mit Holz, Metall und Stacheldraht geschützt werden. Eigentlich…

Ganz nebenbei – neben dem angekokelten zu Hause (der Farm) – hat Lindsay seine Motels zu organisieren, auf Stand zu bringen und am Laufen zu halten. Na da kommt doch Arbeitslaune auf. Let’s rebuild!

Hendrik

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

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