Die künstliche Ader – Reisetagebuch #28

Nach dem ersten Farmbesuch von gestern wache ich morgens wieder im Harbour Motel von Ulladulla auf. Heute nehmen Malermeisterin Ulla und ich uns die Rezeption vom Motel zur Brust. Die Farm ist vom Feuer zu mitgenommen, um für diese Saison Kunden zu empfangen, weshalb die Restaurierung hier, wo gerade die Dollars gemacht werden, beginnt.

Zusammen mit Eimer Alpinaweiß, Pinsel, Roller und Abklebeband machen wir uns daran den für mich ersten Malerjob zu verrichten. Wie wichtig ist eigentlich eine saubere Wand ohne Spinnenweben beim Bestreichen mit Farbe? Ist es für eine saubere Hand förderlich den Roller nicht allzu tief im Behälter versinken zu lassen? Und wieso hätte ich den den Eimer doch schütteln sollen bevor ich loslege?

Gute Gene habe ich auf jeden Fall, denn in die obersten Ecken wäre Ulla ohne mich wohl nicht rangekommen (und ich nicht ohne den Bürostuhl). Und da die Arbeit ja nur im Kopf „Arbeit“ ist, kommt bei Musik à la DJ Hendrik und interessiertem Plausch entspannte Laune auf. Ich muss schmunzeln. Die Dänin Ulla, die es liebt perfektionistisch meine Arbeit zu kontrollieren und immer Stellen zum Ausbessern findet, sieht im schwachen Licht der abgedeckten Deckenlampe doch verdächtig wie meine Mama… Nein, ist doch Ulla.

Randanekdote: Der Selfmade-Businessman Lindsay hat sich sein Geschäft von 0 an aufgebaut; angefangen mit Hostels in Sydney bis hin zu den gehobenen Motels. Zu Gast als Kunde entsteht – nach meiner persönlichen Beurteilung – der Eindruck von Qualität und Organisation. Da klingelt das Telefon am Rezeptionstisch, um den herum wir arbeiten und die Farbe tropft. Die Rezeptionistin Jiji hilft sofort freundlich dem Anrufer zu seiner Buchung weiter. Just in dem Moment kommt Lindsay mit langem Brett für das Regal hinter Jiji zur Tür herein und hieft es über den Kopf der Rezeptionistin zu mir. Vorsichtig angestrengt versuchen wir das Brett in die richtige Lage – bei Flüsterlautstärke – zu koordinieren und gleichzeitig niemanden zu erschlagen. Klassischer Selfmade-Laden hier. Sympatisch.

Spaßig. Und nachdem heute bereits ordentlich Farbe geflossen ist, bin ich richtig scharf darauf mein Gekauftes vom gestrigen Shoppingtrip auszutesten. Im OfficeWorks (einem gigantischen Schreibwarenladen) habe ich mir Block, Bleistift und Radiergummi mitgenommen. Und da von innen schon länger diese Leidenschaft zu zeichnen anklopfte, beginne ich einfach mal damit ein Blume, die ich in einem Magazin gefunden habe, abzuzeichnen. Langsam, mit Geduld und klassischer Musik tobe ich mich so in der nächsten Zeit mit allem was mir durch den Kopf geht auf weißem Zeichenpapier aus.

Auch heute in Corona-Zeiten freue ich mich mit dem neuen Hobby etwas gefunden zu haben, bei dem ich runterkommen und in neue Welten abschweifen kann.

Hendrik still in Australien

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: