Farmurlaub mit Anzeichen von Quarantäne – Reisetagebuch #31.1

Rückblende April/Mai 2020: Das Umziehen und Versammeln auf der Farm hat neben den malerischen Sonnenuntergängen, die es hier zu bestaunen gibt, noch einen weiteren Grund: Covid-19. Der Virus bringt für Australien mit einem generellen Kontakt- und Reiseverbot und zahlreichen Geschäftschließungen jede Menge Herausforderungen; insbesondere auch für die BackpackerCommunity. Zu dieser Zeit in einer teuren Großstadt, ohne Job und das im Hostel mit jeder Menge Unbekannter leben? Keine schöne Vorstellung.

Dankbar ziehe ich mir da heute morgen meine Arbeitshose für den Tag an. Dankbar hier im Grünen mit jeder Menge Freiraum, einem eigenen Zimmer und guten Menschen um mich herum zu sein. Lindsay sponsert uns sogar einen kleinen Lohn für die Essen- und Trinkenversorgungen. Besser geht’s nicht.

In den nächsten Wochen wird dafür dann aber auch einiges geschwitzt. Die vom Buschfeuer immer noch brachliegende Farm will hergerichtet werden. Während die beiden Mädels (Zoë und Fern) hauptsächlich im Garten Beete herrichten, Blumen pflanzen und die Hotelräume streichen, steht für Tim und mich Outdoorwork an. Hier ein bildlicher Einblick:

Bei der sehr sonnigen Arbeit reißen wir die plattgedrückten Zäune ab, sägen umgestürzte Bäume auf Pfahllänge um dann wieder neue Zäune aufzubauen. Für die Selbstversorgung der Farm bauen wir zusammen außerdem ein mit Maschendrahtzaun verkleidetes Gewächshaus. Ebenfalls renovieren wir die Motels. Diese mussten auf Grund von Coronabeschränkungen mittlerweile geschlossen werden. Immerhin Lindsays Haupteinnahmequelle.

Egal. Mit viel Platz und gutem Wetter auf der Farm machen wir gemeinsam das beste daraus. Wir arbeiten im Team und Lindsay bringt uns das Benutzen der Maschinen bei – immer mit einer lustigen Geschichte auf den Lippen.

Da waren einmal zwei Deutsche Backpacker bei ihm auf der Farm; ultrahart schuftend, stets zuverlässig und immer schnell in dem was sie taten. Sie hatten nur eine Schwäche, so erzählt uns Lindsay: Gras! Die beiden hatten täglich die geteilte Wohnung eingequalmt; zur Entspannung am Ende des Tages. Soweit bewusst uns toleriert von Lindsay. Als die beiden eines morgens jedoch mit großen Augen und Grinsebacken zur Arbeit anlaufen, drückt Lindsay einem nur die Motorsäge in die Hand und zeigt auf einen großen Baum. Nicht im Stande gerade zu stehen und mit aufkommendem Angstschweiß war die Lektion genug für zwei.

Auch ich lerne die Motorsäge, Traktor und Co. zu benutzen (jedoch nüchtern) und merke wie gut es tut zusammen an einem Projekt wie dem selbst gebauten Gemüsegarten zu arbeiten. Abends sitzen wir vier Backpacker oft im Wohnzimmer zusammen, schauen gemeinsam einen Film und reden über den Tag. Mit gefällt unsere kleine Gemeinschaft, die trotz der vielen kulturellen Unterschiede doch irgendwie funktioniert.

Insbesondere kommt uns allen das Vertrauen von Lindsay und seiner Familie hier auf der Farm entgegen, bei der wir uns über die Corona-Zeit hinweg ein Zuhause machen durften.

Sonnige Grüße

Hendrik

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

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