„Old Ian had a farm, E-i-e-i-o…“ – Reisetagebuch #32.1

… and on that farm he had a cow, e-i-e-i-o…“ und auch eine Pute, ein paar Ziegen, jede Menge Schafe, … die Liste ist endlos. Aber wer ist jetzt dieser Ian?

Als ich an einem der zwei freien Tage, die uns bei der Farmarbeit mit Lindsay wöchentlich zum Relaxen zur Verfügung stehen, den Feldweg entlang schlendere, merke ich, dass wir mit unserer Farm doch nicht so alleine sind wie gedacht. Zehn Minuten zu Fuß auf geschottertem Untergrund in den Dschungel hinein stoße ich auf ein „gate“, dass da von mir geöffnet werden will. Bereits im Gespräch mit Lindsay habe ich von einem kauzigen, rothaarigen und bärtigen Vollblutfarmer gehört, der hier hausen soll. Klingt sympatisch.

Spontan als unbekanntes Gesicht auf fremdem Hof rumschnüffeln kann schon mal nach hinten losgehen. Keine Sorge, ich komme in friedlicher Absicht. Darüber mache ich mir jedoch gerade am wenigsten Gedanken, denn zunächst stoße ich erstmal auf jede Menge Tiere. Puten flattern im Staub, drei Kälber und Mutterkuh trotten über die Wiese und eine Gruppe Pfaue beäugt mich misstrauisch vom Dach einer halben Scheune. Als es dann plötzlich anfängt zu bellen und ein großer Hund mit festem Blick auf mich zuläuft, hinterfrage ich doch (zumindest kurz) meinen unangekündigten Auftritt.

Die Buschfeuer von Anfang 2020 haben neben Lindsays Farm hauptsächlich Ians Farm getroffen, die mitten drin und ohne Abstand zum Tropenwald gebaut ist, und somit dem Feuersturm voll ausgesetzt war. Auf der Farm stehen von den Wassertanks, den vielen Scheunen für Maschinen und Tierfutter, dem Pool und einem großen Wohnhaus nur noch eineinhalb Scheunen. Und aus dieser einen ganzen Scheune stolpert just vom Bellen des Hundes aufgeweckt eine Frau. Kim, die Farmerfrau von Ian versteht sofort woher ich komme, als ich Lindsays Namen in den Mund nehme.

Anscheinend haben bereits mehrere Backpacker ihren Forschertrieb mit einem Besuch bei Farmer Ian und Kim befriedigt. Freudig während den Corona-Isolierzeiten ein fremdes Gesicht zu sehen, führt mich die in Gummistiefel stapfende und leicht zottelige Kim über die Farm. Sie ist gerade dabei mir die Angst vor dem „liebsten Hund der Welt“, ihrer Hündin Billy, zu nehmen, da kommt ein weiterer haariger Geselle um die Ecke. Es ist ihr Mann Ian und ähnlich wie bei Billy lässt der erste Eindruck ebenfalls nur wenig auf das Innere schließen. Herzensgut und freudestrahlend heißt er mich willkommen und führt mir vor, mit welchen Tieren man hier alles kuscheln kann. Nachdem er die Enten und Puten geherzt und einen Pfau auf den Arm genommen hat, überrascht mich sein Small Talk mit den Kühen kaum noch. Verrückter Mann.

Unser kleiner Streichelzoo wird weiterhin von einem kleinen Huskywelpen untermalt, das mit Energie für zehn über die Farm flitzt, mit Katzen und Kühen spielt und nie so richtig still sitzen kann. Und da mir Kim anmerkt, dass ich mich mit „Buu“ (so der Name des kleinen Rackers) am besten identifizieren kann, meint sie, dass ich gerne mit ihm einen Spaziergang machen und gleichsam mehr von der Farm erkunden könne.

Und los!!
Hendrik

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

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