Eins, zwei, drei, Farmarbeit vorbei – Reisetagebuch #34

Augen auf. Der Wecker schellt und mein Puls steigt. Soeben ist der 26. Mai und damit mein letzter Tag auf Lindsays Farm angebrochen. Und wo andere Vollblutbackpacker sich bereits auf die Weiterreise und neue Abenteuer freuen, fühle ich vor allem eins: Ungewissheit. Wohl eine klassische Nebenwirkung vom Corona-Virus.

Nach letzter Arbeit am Vormittag (Fensterputzen der Hotelzimmer) hat mein Farmer Lindsay Zoë und mir noch eine gemeinsame letzte Expedition mit Teambuilding-Charakter versprochen. Mit langen Klamotten ziehen wir von dieser Ankündigung motiviert auf direktem Weg in den Urwald ein. Wir laufen durch mittlerweile dichtes Gras und vorbei an wieder grünenden Baumstämmen und ich freue mich drei Monate nach dem Buschfeuer die regenerierte Natur zu sehen.

Und dann wird erstmal gekraxelt. Hinter der Farm hat es nämlich, gut im Tropenwald versteckt, eine Schlucht inklusive Wasserfall. Und da den Weg benutzen was für Anfänger ist, schlittern und rutschen wir die Abhänge ins Tal einfach mit Seil, Abstützen und dem letzten Schuhprofil hinunter.

Als wir die Füße wieder auf den ersten geraden Stein setzen, verstehen wir, warum sich der Abstieg gelohnt haben soll. Ein rauschender Wasserfall, der in einen glitzernden See mündet ersteckt sich – hier eine Etage tiefer als gewohnt – vor uns. Die Steilwände nach oben blickend zeigt uns Lindsay zahlreiche Fossilien, die in den verschiedenen Gesteinsschichten eingeschlossen sind.

Auf dem Heimweg erzählt uns Lindsay dann von seiner Geschichte und Entscheidung im Nichts des Dschungels seine Farm aufzubauen. Hier im Interview mehr dazu.

Wieder zu Hause steht für mich das Packen an. Im Geiste bereits vom Hof und dessen Bewohnern Abschied nehmend, merke ich wie schwer es mir nach drei Monaten doch fällt, mich von meiner australischen Familie einfach so zu verabschieden. Doch es ist Zeit weiterzuziehen und auch ich weiß das, weshalb ich am nächsten morgen mit frischer Energie Gitarre und Rucksack schultere um gemeinsam zum dann letzten Foto zu posieren.

Im Auto auf dem Weg zum Bahnhof mit Lindsay wird mir klar, dass es da draußen noch so einiges zu lernen für mich gibt. Jetzt aber, freue ich mich erstmal auf einen Tapetenwechsel. Auf geht’s ins nächste Abenteuer.

Im Zug nach Bowral

Hendrik

P. S. Zum Abschluss gibts von Lindsay ein selbstgemachtes Film-Geschenk à la Facebook Video

Veröffentlicht von Hendrik

Ich bin Hendrik, gehöre der Millenium-Generation an und starte - zum Abschluss meines ersten Studiums und dem Beschluss eines neuen Lebenswegs - meinen Blog. Ich gebe euch Einblicke in meine Zukunft, die mich für 2020 zunächst nach Australien führt. Ich hoffe ihr lasst euch ebenso beim Lesen inspirieren, wie ich mich selbst beim Schreiben meines Blogs inspirieren will.

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